dbb m-v warnt vor verantwortungsloser Finanzpolitik auf Kosten öffentlicher Dienstleistungen

Der dbb m-v warnt vor einer verantwortungslosen Finanzpolitik auf Kosten öffentlicher Dienstleistungen. Der finanzielle Spielraum insbesondere der Länder wird spätestens ab 2020 wegen der verpflichtenden Schuldenbremsen gleich Null sein, heißt es in einer Entschließung des dbb Landeshauptvorstandes Mecklenburg-Vorpommern vom  19. Mai 2010. Zu befürchten ist, dass angesichts der prekären Kassenlage erneut der Ruf nach Kürzungen im öffentlichen Dienst laut wird.
 
Ausgabenkürzungen und Personalabbau bei den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind deshalb keine Option mehr!
 
So bescheinigt das ifo-Institut Deutschlands öffentlichem Dienst gemessen an der Gesamtbeschäftigtenzahl den zweitniedrigsten Personalanteil in Europa – nur die Slowakei hat weniger Staatsdiener als Deutschland.
 
Wenn die politisch Verantwortlichen sicher stellen wollen, dass öffentliche Dienstleistungen zukünftig nicht nur leere Versprechen auf dem Papier sind sondern gelebte Realität für Bürgerinnen und Bürger, muss es daher gerade im öffentlichen Dienst um Personal- und Nachwuchsgewinnung gehen.
Ein geeignetes Instrument ist hierbei auch die verstärkte Verbeamtung von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes als Standort fördernde Motivation.
 
Angesichts der schwierigen Finanzlage der Kommunen befürchtet der dbb m-v eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Städten und Gemeinden. Den Menschen begegnet der Staat zuallererst in der Institution der Kommune. Dies setzt eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung voraus.
 
Gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sind zur Lösung der Finanzprobleme nicht hilfreich. Die Föderalismusreform und damit eine weitere Kompetenzverlagerung auf die Länder haben die Schwierigkeiten noch verschärft und das Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften geringer werden lassen. Der dbb ist besorgt, dass dies zu Lasten der Beschäftigten gehen wird, die bereits in den vergangenen Jahren ihren Anteil an der Haushaltskonsolidierung geleistet haben.
 
Die Arbeit der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Deutschland erweist sich gerade in Krisenzeiten tagtäglich als effizient und verlässlich. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben Reformen nicht verweigert. Während in der Privatwirtschaft noch immer „mein Wohl“ vor Gemeinwohl geht und der Jagd nach der schnellen Rendite in Krisenzeiten die Sozialisierung der Risiken folgt, nimmt der öffentliche Dienst Verantwortung langfristig wahr. Vor allem auf Drängen des dbb ist schon Mitte der 90er Jahre damit begonnen worden, eine Kapitaldeckung in der Versorgung einzuführen, um sich angemessen auf die Herausforderungen in diesem Bereich einzustellen.
 
Der öffentliche Dienst mit seinen Verwaltungen gibt Mecklenburg-Vorpommern ein stabiles Fundament und ist durch nichts zu ersetzen. Ob beispielsweise Bildung, Sicherheit, Gesundheit, Verkehr, Arbeits- oder Umweltschutz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind in allen staatsrelevanten Bereichen im Einsatz. Sie handeln motiviert, verantwortungsbewusst und nachhaltig – das darf nicht aufs Spiel gesetzt werden!

Entschließung zum Download