Beschäftigte verärgert und enttäuscht!

Mit Warnstreiks, Mahnwachen und Protestkundgebungen haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Mecklenburg-Vorpommern am 3. März ihre Forderungen zur laufenden Einkommensrunde bekräftigt. Anlass zu den Warnstreiks in der Küstenregion in Wismar, Rostock, Güstrow, Stralsund und Greifswald war die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, die auch in der 2. Runde der Einkommensverhandlungen 2011 kein Angebot auf den Tisch gelegt hatten.

"Wir sind verärgert und enttäuscht!", sagte der Vorsitzende dbb mecklenburg-vorpommern, Dietmar Knecht, auf der von rund 2.000 Beschäftigten besuchten Kundgebung in Rostock. "Die Forderung nach 50 Euro Sockel und einem Plus von 3 Prozent ist keineswegs abgehoben. Sie folgt dem Bedarf", stellte Knecht klar. Und trage dazu bei, den öffentlichen Dienst im Kampf um geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkurrenzfähig zu halten und ein weiteres personelles Ausbluten zu verhindern: "Heute ist Tag des Artenschutzes. Ich habe keine Lust, dass der öffentliche Dienst diesen Tag in Zukunft feierlich begehen könnte", rief der dbb Landeschef unter dem Beifall der Demonstranten.

"Es geht nicht nur um Geld. Es geht um die Wertschätzung der Arbeit der Menschen im öffentlichen Dienst. Es geht um die Aufrechterhaltung und Sicherung öffentlicher Dienstleistungen, und es geht nicht zuletzt um Gerechtigkeit", stellte Knecht klar und erinnerte mit Blick auf die Landtagwahlen daran, dass die von der Lohnrunde betroffenen Beschäftigten "wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger sind, deren Interessen es zu wahren gilt." Sollten die öffentlichen Arbeitgeber erneut kein Angebot vorlegen, würden die Beschäftigten dafür kämpfen: "Wir wollen, dass die nächste Runde ein Ergebnis bringt!"

Von der Einkommensrunde sind in Mecklenburg-Vorpommern über 40 000 Tarifbeschäftigte und Beamte, drunter 10 000 Lehrer, über 5.000 Polizisten sowie 2 500 kommunale Beamte betroffen. Die Tarifverhandlungen zwischen TdL und Gewerkschaften gehen am 9. und 10. März in die dritte Runde.