dbb mecklenburg-vorpommern feiert Jubiläum
Knecht: Öffentlicher Dienst nur so leistungsfähig, wie der Staat es erlaubt

Gegen weiteren Stellenabbau und Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen hat sich der Vorsitzende des dbb mecklenburg-vorpommern, Dietmar Knecht, gewandt. Im Rahmen eines Festaktes zum 20-jährigen Bestehen des dbb Landesbundes sagte Knecht am 18. März 2011 in Klink vor 250 Teilnehmern, unter ihnen auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider sowie Innenstaatssekretär Thomas Lenz, Leistungspotenziale gebe es nicht nur im Management privatwirtschaftlicher Unternehmen.

Vielmehr sei die öffentliche Hand der größte und wichtigste Dienstleister Deutschlands. Er garantiere Rechtssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und nachhaltige Daseinsfürsorge. Seine Beschäftigten bräuchten deswegen verlässliche Rahmenbedingungen und ein klares Bekenntnis der Politik statt personelle Einsparungen und Zweifel an der Effizienz. Bis zum Ablauf aller Personalkonzepte werde Mecklenburg-Vorpommern über 100 000 Stellen im öffentlichen Dienst seit der Wende abgebaut haben. Auf der anderen Seite würden bis ins Jahr 2025 mehr als die Hälfte der Beschäftigten altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden. Das gehe am Ende zu Lasten von Bürgerinnen und Bürgern:

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, welche Auswirkungen es hat, wenn der Staat sich mehr und mehr aus der Verantwortung zieht und jungen gut ausgebildeten Menschen keine Perspektiven im öffentlichen Dienst eröffnet. Dioxin in Futtermitteln, private Winterdienste, die nur im Sommer funktionieren und das rote Telefon am Flughafen, mit dem sich Schmuggler selbst beim Zoll melden können. Wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, die Daseinsvorsorge künftig stark einschränken zu müssen, brauchen wir Investitionen, Neueinstellungen und demographiefeste Personalplanungen“, betonte Knecht.

Landtagspräsidentin Sylvia Brettschneider übermittelt
die Grüße des Landtags
dbb-Vize Heinz Ossenkamp bei seinem Grußwort
Ehrung der Gründungsmitglieder und Aufbauhelfer
"Mecklenburger Schluck" zum Jubiläum

Ein grundsätzliches Problem sei in diesem Zusammenhang auch der zunehmende Vertrauensverlust der Beschäftigten in die Politik. „Verlorenes Vertrauen kann die Politik nur mit Verlässlichkeit und Zukunftsorientierung zurückgewinnen. Sie muss ideell hinter dem öffentlichen Dienst stehen, statt ihn als reinen Kostenfaktor im Haushalt laufen zu lassen und seine Mitarbeiter mit immer neuen Personal- und Strukturkonzepten zu verunsichern“, forderte Knecht.

Der dbb Landesbund Mecklenburg-Vorpommern wurde am 16. März 1991 in Schwerin gegründet und vertritt als gewerkschaftliche Spitzenorganisation rund 20 000 Beamte und Angestellte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes sowie bei den privatisierten Dienstleistungsbereichen.

Den Tombolaerlös konnte Innenstaatssekretär Thomas Lenz (r)
als Spende für den Weißen Ring entgegennehmen.
Glückliche Gewinnerin des Tombola-Hauptpreises: Die BDR-Chefin
von Mecklenburg-Vorpommern, Susanne Ortmann