Beamtenbund fordert Personalkonzept für den öffentlichen Dienst
Knecht: Überalterung schadet Konjunktur

Ein nachhaltiges Personalkonzept für den öffentlichen Dienst hat der dbb Landesvorsitzende Dietmar Knecht von der Landesregierung gefordert. „Statt Personalpolitik nach dem Gießkannenprinzip zu machen, müssen Fehlentwicklungen in der Personalstruktur aktiv korrigiert werden, um auch in Zukunft einen funktionierenden öffentlichen Dienst mit aufgabengerechter Ausstattung zu haben“, sagte Knecht heute auf einer Personalversammlung des Landesamtes für innere Verwaltung in Schwerin.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, in dessen Folge auch im öffentlichen Dienst das Personal überaltere, während nicht genügend qualifizierte Nachwuchskräfte eingestellt würden, sehe Knecht die künftige Funktionsfähigkeit des Landes empfindlich gestört. „Der öffentliche Dienst hat sich trotz aller Reformen als stabiler Faktor in Mecklenburg-Vorpommern bewährt für einen verlässlichen Investitionsrahmen, für Sicherheit, sozialen Frieden und für finanzielle Nachhaltigkeit selbst in der Krise. Deshalb ist es folgerichtig, dass es eine eins zu eins Übernahme des Tarifergebnisses auf die Beamten gibt. Das ist ein wichtiges Signal für die Verlässlichkeit der Politik gegenüber ihrem Personal“, sagte Knecht weiter.

Diesen Vertrauensvorsprung müsse die Landesregierung jetzt ausbauen und zeigen, dass ihr die nachhaltige Entwicklung der öffentlichen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern an Herzen liege: „Am Landespersonal zu sparen ist auf Dauer die teuerste Art der Konsolidierung, denn die öffentliche Hand garantiert mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur die Daseinsvorsorge für Bürgerinnen und Bürger. Sie schafft rechtssichere Grundlagen für die Wirtschaft und ist damit ein wichtiger Standortfaktor für konjunkturelle Erfolge.“ Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes hätten in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, den Landeshaushalt zu entlasten. Jetzt sei es an der Zeit, klug in die Zukunft zu investieren und die Personalstruktur aufgaben- und demographiegerecht weiter zu entwickeln. Während dieses Ziel für die Wirtschaft im Koalitionsvertrag der Landesregierung formuliert sei, vermisse Knecht dort entsprechende Pläne für den öffentlichen Dienst.