In Anbetracht demografischer Faktoren, in deren Folge die Lehrerkollegien immer weiter überaltern, und mit Bezug auf eine verfehlte Schulpolitik mit direkten Konsequenzen für die Bildungsqualität begrüßt der dbb m-v die angedachten Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs und pocht weiter auf eine ideologiefreie Diskussion darüber.
"Es scheint, dass die Politik nach langen Jahren endlich erkannt hat, dass sie um Lehrerverbeamtungen und die Schaffung von Äquivalenten für ältere Lehrer, die unter dem Lehrerpersonalkonzept erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen mussten, nicht herum kommt", so dbb Landeschef Dietmar Knecht nach der gestrigen Vorstellung des Entwurfs des Landeshaushalts für die nächsten zwei Jahre.
Auch im Landtag blicke man mit Sorge auf das Missverhältnis zwischen guter Ausbildung hier im Land und der anschließenden Abwanderung junger Fachkräfte in Länder, die verbeamten. Mecklenburg-Vorpommern könne es sich nicht leisten, Nachwuchspädagogen hervorragend auszubilden, damit sie dann in Bundesländer abwandern, in denen die Verbeamtung möglich sei.
Knecht: "Die Landesregierung muss damit aufhören, junge Pädagogen ausschließlich ins Angestelltenverhältnis zu übernehmen. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ist die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern gefragt! Wir können uns das mit Blick auf spätere Pensionen sogar leisten, weil wir in Mecklenburg Vorpommern früh mit dem Aufbau eines kapitalgedeckten Versorgungsfonds begonnen haben, in den jede Beamtin und jeder Beamte einzahlt".
Der Beamtenstatus erhöhe nicht nur die Motivation des Personals, sondern wirke sich auch positiv auf die Bildungsqualität und damit auf die Zukunftschancen junger Menschen aus. Bereits heute blieben Lehrerstellen unbesetzt und selbst der Landesrechnungshof habe erkannt, dass die Verbeamtung von Lehrern erforderlich sei, um Pädagogen im Land zu halten. Das sei bereits aus dem Rechnungshofbericht 2010 hervorgegangen, erläutert der dbb Landesvorsitzende.
"Eine gelungene Symbiose zwischen Jung und Alt ist das optimale, was der Lehrerschaft und dem Bildungssystem in diesem Land passieren kann ", so Knecht abschließend.