Einkommensrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen: dbb fordert 5 Prozent plus
Knecht: Teilhabe sichern, Kaufkraft stärken

Der dbb beamtenbund und tarifunion geht mit einem Forderungspaket im Gesamtvolumen von 5 Prozent in die Einkommensrunde für die knapp zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen. Das beschlossen Bundestarifkommission und Bundesvorstand heute in Berlin. Neben einer spürbaren linearen Gehaltsverbesserung, die die Teilhabe der Beschäftigten an der allgemeinen Einkommensentwicklung sicherstellen soll, beinhaltet die dbb-Forderung verschiedene qualitative Komponenten wie die Verbesserung von Aufstiegen, Höhergruppierungen und Beförderungsmöglichkeiten, die Fortführung der Altersteilzeitmodelle, die Übernahme der Auszubildenden und Anwärter sowie strukturelle Verbesserungen in den Bereichen Nahverkehr, Versorgung und Krankenhäuser.
 
Als „fair und angemessen“ bezeichnete der Vorsitzende des dbb mecklenburg-vorpommern Dietmar Knecht die dbb-Forderung. „Wir sind angesichts der öffentlichen Haushaltslage realistisch, aber nicht kleinmütig, sondern ob unserer Leistungen selbstbewusst. Der öffentliche Dienst steht als Eckpfeiler für Bildung, Sicherheit und Daseinsvorsorge ebenso wie als Standortfaktor für die Wirtschaft vor großen Herausforderungen. Seine Leistungsfähigkeit muss hierfür erhalten und ausgebaut werden. Ohne qualifiziertes und motiviertes Personal ist das nicht möglich – das gilt für Arbeitnehmer und Beamte gleichermaßen.“ Knecht wies darauf hin, dass sich der Einkommensrückstand des öffentlichen Dienstes gegenüber der Privatwirtschaft mittlerweile auf fast fünf Prozent belaufe. „Eine spürbare lineare Verbesserung ist daher als Teilhabe an der allgemeinen Einkommensentwicklung notwendig. Einerseits, um die Motivation der Beschäftigten zu stärken und den öffentlichen Dienst fit zu machen für den Wettlauf mit der Privatwirtschaft um die besten Köpfe. Andererseits, um in Zeiten schwachen Wirtschaftswachstums die Binnenkonjunktur zu stärken“, so Knecht, „es geht hier in Mecklenburg-Vorpommern nicht zuletzt auch um die Kaufkraft von mehr als 50.000 Menschen.“ Knecht verwies auf die Ergebnisse der neuen GfK Kaufkraft-Studie für Deutschland, die gestern veröffentlicht wurde und nach der Mecklenburg-Vorpommern das ehemalige Schlusslicht Sachsen-Anhalt abgelöst hat. „Wir haben aktuell 17 Prozent weniger Kaufkraft als der bundesweite Durchschnitt zur Verfügung. Damit sich der Konjunktureinbruch nicht massiv auf den regionalen Konsum niederschlägt und wertvolle Arbeitsplätze vernichtet, muss jetzt die Gelegenheit zur Kaufkraftstärkung genutzt werden“, forderte der dbb-Chef von Mecklenburg-Vorpommern.

In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 51.000 Bundes- und Kommunalbeschäftigte von den Tarifverhandlungen betroffen, die am 13. Januar 2010 in Potsdam beginnen und wegen des Gleichklangs von Tarif- und Beamtenbereich mittelbar auch für die Bundesbeamten relevant sind. Die Einkommen der Kommunalbeamten werden indes durch Landesgesetz festgelegt.