Landtag beschließt Beamtenrechtsneuordnung
Knecht: „Kein großer Wurf“

Am 16. Dezember hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern das Beamtenrechtsneuordnungsgesetz beschlossen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das neue Landesbeamtengesetz mit nur noch zwei Laufbahngruppen sowie die Heraufsetzung des Pensionsalters.
 
„Von unserer Forderung, die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes spürbar zu verbessern, ist dieses Gesetz leider weit entfernt. Auch wenn im Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens einige Kompromisse möglich waren, so kommt man nicht umhin zu sagen: Hier ist kein großer Wurf gelungen“, so dbb Landesvorsitzender Dietmar Knecht.
 
Es fehlen motivierende Regelungen zur Nachwuchsgewinnung, denn bereits jetzt seien kaum noch Menschen unter 40 in der Landesverwaltung tätig. In diesem Zusammenhang kritisiert der dbb m-v die Heraufsetzung des Pensionsalters bei Polizei, Feuerwehr und Strafvollzug. Die enormen physischen und psychischen Belastungen im Bereich Polizei, Feuerwehr und Strafvollzug gebieten eine Beibehaltung der bisherigen Regelungen. Der dbb m-v forderte bereits Anfang 2009 eine Flexibilisierung des Eintritts in den Ruhestand.
 
„Wir haben nunmehr die strengsten Regeln im nord- und ostdeutschen Raum. Schon jetzt erreichen eine Vielzahl der Betroffenen nicht die Ist-Altersgrenzen. Bei der Feuerwehr kommt erschwerend hinzu, dass Einsatzuntaugliche aufgrund der Kassenlage der Kommunen keine weitere Verwendung finden“, so Knecht weiter.

Der dbb m-v kritisiert darüber hinaus die Einfügung des § 34 a, die im Widerspruch steht zu einer angeblich beabsichtigten Erleichterung der Möglichkeiten des Wechsels zu anderen "öffentlichen Diensten", aber auch in die private Wirtschaft. Der neue Paragraph beinhaltet die Verpflichtung zur Rückzahlung von Fortbildungskosten der letzten fünf Jahre, falls der Beamte bzw. die Beamtin den Dienstherren wechselt bzw. aus dem Beamtenverhältnis in die private Wirtschaft wechselt. „ Die eigentlich geplante Flexibilität und Mobilität im norddeutschen Raum wir damit eindeutig konterkariert“, meinte Knecht abschließend.