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28. April 2016
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Rente mit 70 – Kann man diese Politik noch ernst nehmen?

dbb: Gleitender Übergang gefordert

"Wollen dieselben, die sich volle Bezüge bereits ab 56 gönnen, nämlich die Bundestagsabgeordneten, mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 die drohende Altersarmut verhindern?", fragt dbb Vize Gerd Dümmel, "solch eine Vorgehensweise kann man langsam nicht mehr ernst nehmen.“

In Mecklenburg-Vorpommern sind mehr als 20 000 Menschen über 55 arbeitslos. Bundesweit liegt die Erwerbsquote in der Alterskategorie zwischen 60 - 65 gerade mal bei 50 Prozent. Nach Ansicht der dbb Senioren sollte man sich als allererstes darum kümmern, diese Menschen mit Arbeit zu versorgen. Erschwerend komme hinzu, dass der Aufschrei der Landespolitik gegen das Vorhaben ausbleibe, denn gerade in Mecklenburg-Vorpommern fielen Jobs nicht vom Himmel. "Die Politik scheint zu verkennen, dass laut Statistischem Bundesamt fast ein Viertel gar nicht das siebzigste Lebensjahr erreicht", so Dümmel weiter, "also Finger weg von der Rente mit 70!"

Seit Jahren plädiert der dbb Mecklenburg-Vorpommern für einen gleitenden Übergang aus dem Erwerbsleben. Auf diese Weise würden ältere Beschäftigte auch vor der vielfach gefühlten Leere oder dem vermeintlichen Defizit sozialer Akzeptanz bewahrt, die ein schlagartiges Aussteigen aus dem Beruf häufig mit sich bringe. "Wer gesundheitlich in der Lage ist, länger zu arbeiten, der soll das gern tun. Wer aber seinen Buckel ein Arbeitsleben lang hingehalten hat, wie beispielsweise auf dem Bau, bei der Feuerwehr, der Polizei oder im Justizvollzug, der sollte ohne Abschläge auch früher gehen können", machte dbb Landeschef Dietmar Knecht deutlich.