01. September 2026
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Gewerkschaftliches Ehrenamt darf kein blinder Fleck bleiben

DBB M‑V zum ersten „Tag der Verbände“ in Schwerin: Mehr Anerkennung und bessere Rahmenbedingungen für ehrenamtliches gewerkschaftliches Engagement

Der heute auf Initiative des Bundesverbands der Vereins-, Verbands- und Stiftungsgeschäftsführer e.V. (BVVGF) erstmals in Mecklenburg-Vorpommern stattfindende „Tag der Verbände“ in Schwerin ist aus Sicht des DBB Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiges Signal für die Bedeutung von Verbänden und ehrenamtlichem Engagement in unserer Gesellschaft.

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen der Vereins- und Verbandsarbeit – von Fördermöglichkeiten über Mitgliedergewinnung und rechtliche Fragen bis hin zu Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Ergänzt wird das Programm durch praktische Impulse, Austausch und Networking. Als Best‑Practice‑Beispiel präsentierte sich unter anderem der VBE Rheinland‑Pfalz mit seinen Erfahrungen in den Bereichen Mitgliederkommunikation und -werbung, Gremien sowie einer eigenen App.

Ein politischer Talk mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl rundet die Veranstaltung ab.

Dietmar Knecht, Landesvorsitzender des dbb mecklenburg‑vorpommern, betont: „Wenn wir über Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sprechen, dürfen wir das gewerkschaftliche Ehrenamt nicht länger am Rand stehen lassen.“

Tausende Menschen engagierten sich auch in Mecklenburg‑Vorpommern freiwillig in Gewerkschaften – für Kolleginnen und Kollegen, für gute Arbeitsbedingungen und für einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst sowie bei Bahn und Post, so Knecht.

 „Dieses Engagement ist gelebte Demokratie. Wer sich nach Feierabend für die Interessen anderer einsetzt, übernimmt Verantwortung für unsere Gesellschaft. Trotzdem findet das gewerkschaftliche Ehrenamt in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer zu wenig Beachtung.“

Um für eine stärkere Sensibilisierung zu werben, suchte Knecht am Rande der Veranstaltung auch das Gespräch mit der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Christine Klingohr. Dabei sei klar: „Es ist nicht alles schlecht.“

Die Politik habe in den vergangenen Jahren durchaus Schritte zur Stärkung des Ehrenamtes unternommen. So sei die steuerfreie Ehrenamtspauschale, die auch für gewerkschaftliche Ehrenämter gilt, zum 1. Januar 2026 von 840 auf 960 Euro jährlich angehoben worden.

Knecht: „Das ist ein richtiges und wichtiges Signal. Gerade deshalb sollten wir jetzt den nächsten Schritt gehen und uns anschauen, wie wir auch das gewerkschaftliche Ehrenamt attraktiver machen und seine gesellschaftliche Bedeutung stärker anerkennen können.“

Der dbb m‑v fordert, bei der Weiterentwicklung der Ehrenamtsförderung nicht zwischen verschiedenen Formen des Engagements zu unterscheiden. Ehrenamt sei Ehrenamt – ob im Sportverein, bei der Feuerwehr, in sozialen Verbänden oder in Gewerkschaften. Alle leisteten einen Beitrag zur demokratischen Gesellschaft. Dazu gehörten neben finanziellen und steuerlichen Anreizen vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, Ehrenamt mit Beruf und Familie zu vereinbaren.

Der erste „Tag der Verbände“ in Mecklenburg‑Vorpommern sei dafür ein guter Anlass. Der dbb m‑v begrüßt ausdrücklich, dass die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, die Schirmherrschaft übernommen hat. In ihrem Grußwort hob sie die Bedeutung des Themas hervor.

Eine starke Demokratie brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und diese Menschen brauchen Anerkennung – „auch und gerade dann, wenn sie sich gewerkschaftlich engagieren“, so Knecht abschließend.