Mit dem 9. Nordtreff des dbb Nordens hat der dbb Mecklenburg-Vorpommern am 11. Juni sein 35-jähriges Bestehen gefeiert. Das Jubiläum steht für dreieinhalb Jahrzehnte engagierter Interessenvertretung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und der privatisierten Dienstleistungsbereiche im Land.
Die Gründung des dbb Mecklenburg-Vorpommern Anfang der 1990er Jahre fiel in eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Nach der deutschen Einheit mussten Verwaltungsstrukturen neu aufgebaut, rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen und eine leistungsfähige öffentliche Daseinsvorsorge etabliert werden. Viele Beschäftigte entschieden sich damals bewusst für die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft des dbb und damit für gewerkschaftliche Vielfalt, Pluralität und unabhängige Interessenvertretung.
„35 Jahre dbb Mecklenburg-Vorpommern sind Ausdruck von Aufbruch, Verantwortung und Beharrlichkeit. Was unmittelbar nach der Wiedervereinigung mit viel ehrenamtlichem Engagement, Mut und Optimismus begann, hat sich zu einer starken Stimme für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes entwickelt“, betonte der Landesvorsitzende Dietmar Knecht in seiner Festansprache.
Seit seiner Gründung begleitet der dbb Mecklenburg-Vorpommern die Entwicklung des Landes als verlässlicher Sozialpartner. Im Mittelpunkt standen und stehen dabei die Themen Tarifpolitik, Besoldung, Versorgung, Mitbestimmung sowie die Sicherung einer leistungsfähigen Verwaltung. Zahlreiche tarif- und beamtenrechtliche Verbesserungen konnten in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam mit den Mitgliedsgewerkschaften erreicht werden.
Aktuell prägen insbesondere die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung von Tarifergebnissen auf den Beamtenbereich sowie die Umsetzung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation die gewerkschaftliche Arbeit. Der dbb Mecklenburg-Vorpommern setzt sich dabei weiterhin für faire Arbeits- und Rahmenbedingungen sowie eine wettbewerbsfähige Besoldung ein.
Gleichzeitig steht der öffentliche Dienst vor großen Herausforderungen. Der Fachkräftemangel, die demografische Entwicklung, die fortschreitende Digitalisierung, der Einsatz künstlicher Intelligenz sowie steigende Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an staatliche Leistungen erfordern zukunftsfähige Antworten. Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte zwischen Ländern, Bund und Privatwirtschaft.
Der dbb Mecklenburg-Vorpommern sieht hierin nicht nur eine arbeitsmarktpolitische, sondern auch eine demokratiepolitische Aufgabe. Ein leistungsfähiger öffentlicher Dienst, verlässliche Daseinsvorsorge und motivierte Beschäftigte sind wesentliche Voraussetzungen für das Vertrauen der Menschen in Staat und Demokratie.
„Gute, nachvollziehbare und verlässliche Politik ist der beste Schutz vor Extremismus. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes stehen täglich für Rechtsstaatlichkeit, Verfassungstreue und das Funktionieren unseres Gemeinwesens ein. Sie verdienen Respekt, Anerkennung und gute Rahmenbedingungen“, so der Landesvorsitzende.
Besonders gewürdigt wurden während der Jubiläumsveranstaltung im Beisein mehrerer Abgeordneter sowie Finanzminister Heiko Geue die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien. Ohne ihren Einsatz wäre die erfolgreiche gewerkschaftliche Arbeit der vergangenen 35 Jahre nicht möglich gewesen.
Der dbb Mecklenburg-Vorpommern versteht das Jubiläum nicht als Endpunkt, sondern als Zwischenstation auf einem erfolgreichen Weg. Auch künftig wird er die Interessen der Beschäftigten mit Nachdruck, Sachverstand und Verlässlichkeit gegenüber Politik, Dienstherren und Arbeitgebern vertreten.
35 Jahre dbb Mecklenburg-Vorpommern stehen für gelebte Solidarität, starke Interessenvertretung und das gemeinsame Ziel eines modernen, leistungsfähigen und attraktiven öffentlichen Dienstes.