GDL Nordost und dbb m-v im Gespräch mit Wirtschaftsminister Dr. Blank
Bahnprobleme in Mecklenburg-Vorpommern – Arbeitsplätze in Rostock müssen gesichert werden
Der Bezirksvorsitzende der GDL Nordost, Volker Krombholz, und der Landesvorsitzende des dbb m-v, Dietmar Knecht, haben sich am 26. August mit Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank zu einem ausführlichen Austausch über die aktuellen Probleme des Bahnverkehrs im Land getroffen.
Im Mittelpunkt standen die Themen Tariftreue im Schienenverkehr und das Tarifeinheitsgesetz, die Reaktivierung der Mecklenburger Südbahn, die Finanzierung des Deutschlandtickets, die Folgen der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin sowie die Sicherung hoher Standards bei der Lokführerausbildung.
Alle Beteiligten betonten, dass eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur Grundvoraussetzung für Mobilität, Wirtschaftskraft und gleichwertige Lebensverhältnisse sei.
Sorge um den Standort Rostock
Mit besonderer Besorgnis reagierten GDL, dbb und Minister Blank auf die überraschende Ankündigung von DB Cargo, das Werk in Rostock schließen zu wollen.
„Dieser Schritt gefährdet nicht nur zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze, sondern schwächt auch die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region. Gerade in Zeiten, in denen über die Stärkung des Schienengüterverkehrs gesprochen wird, wäre eine Schließung ein fatales Signal“, so Krombholz.
Dietmar Knecht ergänzte: „Die Beschäftigten in Rostock dürfen nicht die Leidtragenden von Fehlentscheidungen des Managements sein. Wir erwarten, dass Land, Bund und Deutsche Bahn gemeinsam Verantwortung übernehmen, um den Standort und die Arbeitsplätze zu sichern.“
Widersprüchliche Strategie der DB
Krombholz verwies zudem auf die widersprüchliche Planung im Konzern:
Während ein DB-Unternehmen den Güterbahnhof am Rostocker Überseehafen für 300 Millionen Euro modernisiert (Fertigstellung bis 2029), soll gleichzeitig das Rostocker Werk geschlossen werden – obwohl dort durch die Lage am Seehafen täglich Züge beginnen und enden.
Politische Unterstützung zugesagt
Minister Dr. Blank versprach, alle politischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Standort Rostock zu erhalten und die Interessen der Beschäftigten sowie der Region zu wahren.
Alle Gesprächspartner waren sich einig, den engen Austausch fortzuführen und gemeinsam Druck für nachhaltige Verbesserungen im Bahnverkehr sowie für den Erhalt des DB-Cargo-Werks in Rostock aufzubauen.
