22. März 2026

Landesdelegiertenkonferenz des BvLB M-V: „Quo vadis? Berufliche Bildung in M-V“

dbb-mv fordert faire Bedingungen und mehr Anerkennung für Berufsschullehrkräfte

Unter dem Leitthema „Quo vadis? Berufliche Bildung in M-V“ fand am 21. März in Schwerin die Landesdelegiertenkonferenz des Verbands der Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen Mecklenburg-Vorpommern (BvLB M-V) statt.

Im Rahmen der Veranstaltung, an der auch Bildungsstaatssekretär Tom Scheidung und weitere Landespolitiker teilnahmen, hob der dbb Landesvorsitzende Dietmar Knecht die zentrale Bedeutung der beruflichen Bildung für Gesellschaft und Wirtschaft hervor. Die Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen nähmen eine tragende, jedoch häufig unterschätzte Rolle im Bildungssystem ein. „Sie liefern täglich Antworten auf zentrale Herausforderungen wie Fachkräftesicherung, Anschlussfähigkeit und die Vermittlung praktischer Kompetenzen“, so Knecht. 

Im Fokus des gewerkschaftlichen Engagements stünden insbesondere eine faire Tarif- und Besoldungssituation sowie eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit im öffentlichen Dienst. Angesichts wachsender Anforderungen an Lehrkräfte forderte der dbb eine faire Anpassung von Entgelt und Besoldung sowie transparente Kriterien bei Beförderungen und der Übernahme zusätzlicher Aufgaben. Investitionen in die Bildungsinfrastruktur dürften dabei nicht zulasten der Personalentwicklung gehen.

Kritisch äußerte sich der Knecht zu pauschaler Kritik am öffentlichen Dienst und insbesondere an der Beamtenschaft. Diese sei unbegründet und verkenne die zentrale Rolle des öffentlichen Dienstes für Stabilität, Verlässlichkeit und eine funktionierende Bildungslandschaft. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels brauchen wir Respekt und eine faktenbasierte öffentliche Debatte statt populistischer Zuschreibungen und Parolen von gefühlten Gerechtigkeiten sowie angeblichen Privilegien“, betonte er.

Zugleich unterstrich er die Bedeutung des öffentlichen Dienstes als Stütze der Demokratie. Verlässliche Strukturen, Transparenz und Gleichbehandlung stärkten das Vertrauen in staatliche Institutionen – ein Vertrauen, das angesichts sinkender Zustimmungswerte in der Bevölkerung dringend gefestigt werden müsse.

Aus Sicht der Berufsschullehrkräfte formulierte der dbb klare Forderungen: Neben einer zukunftsorientierten Vergütung gehören dazu auch die Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung -mithin die höchste in der Bundesrepublik- sowie die angemessene Berücksichtigung zusätzlicher Aufgaben und Belastungen. Positiv hob Knecht hervor, dass in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin Teilzeitmodelle möglich seien, und dankte dafür der Bildungsministerin.

Ein zentrales Anliegen sei zudem, den berufsbildenden Schulen mehr politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Diese böten vielfältige Bildungswege – von der Fachschule bis zur Technikerqualifikation – und eröffneten Jugendlichen unabhängig von ihrem bisherigen Bildungsweg neue Perspektiven. Damit seien sie ein unverzichtbarer Baustein für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung im Land.

Besondere Bedeutung komme der Berufsorientierung zu, die stärker praxisnah und verbindlich gestaltet werden müsse. Berufsschulen leisteten hier bereits heute einen wesentlichen Beitrag, indem sie Übergänge begleiteten und praxisnahe Kompetenzen vermittelten.

Der dbb Landesvorsitzende bedankte sich ausdrücklich beim bisherigen Landesvorsitzenden des BvLB, Hans-Joachim Prakesch, für die jahrelange gute Zusammenarbeit, wünschte seinem Nachfolger Gilbert Gräter viel Erfolg und sicherte ihm auch zukünftige die Unterstützung des dbb Landesbundes zu. Abschließend rief Knecht dazu auf, gemeinsam an einer stärkeren Unterstützung der beruflichen Bildung zu arbeiten. Der „Bildungspakt für Gute Schule 2030“ biete hierfür einen wichtigen Rahmen, in dem auch der BvLB eine wichtige Rolle spiele.