dbb Senioren
Seniorenvertretungen der neuen Bundesländer formulieren gemeinsame Forderungen zur Pflegereform
Foto: dbb m-v Die Seniorenvertreter der ostdeutschen Bundesländer auf dem historischen Marktplatz von Wernigerode
Pflegereform, soziale Absicherung und Entlastung im Alter: Die Seniorenvertretungen der neuen Bundesländer haben auf ihrer Tagung am 8. und 9. Juni 2026 in Wernigerode gemeinsame Positionen zur aktuellen Pflege- und Sozialpolitik verabschiedet – mit Beteiligung der Landesseniorenvertretung des dbb Mecklenburg-Vorpommern.
Zu den wichtigsten Forderungen gehören:
- Erhalt des Entlastungsbeitrags sowie des Pflegegrades 1 im Rahmen der Reform,
- Übernahme der Investitions- und Ausbildungskosten stationärer Pflegeeinrichtungen durch die Länder, um Heimbewohner zu entlasten,
- Ablehnung der geplanten Absenkung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige und Finanzierung solcher Leistungen aus Steuermitteln,
- Ausbau der Prävention in der Gesundheitsvorsorge, um langfristig Behandlungskosten zu senken,
- Erhalt der bisherigen Verhinderungspflege, insbesondere mit der Möglichkeit rückwirkender Beantragung sowie der Anerkennung privater Unterstützungsnetzwerke aus Familie, Nachbarschaft und Freundeskreis.
Darüber hinaus fordern die Seniorenvertretungen eine Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags auf mindestens 17.000 Euro sowie eine Anpassung der Vorsorgeaufwendungen an die steigenden Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Ein weiterer Punkt betrifft die Verbandsarbeit: Der dbb wird aufgefordert zu prüfen, ob künftig auch Rentnerinnen, Rentner sowie Versorgungsempfängerinnen und -empfänger in bestimmten Bereichen – etwa Pflege- und Beihilfefragen – Rechtsschutz erhalten können.
Die gemeinsame Empfehlung wurde von den Seniorenvertretungen aus Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg getragen und an die Bundesseniorenvertretung des dbb adressiert.